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Montag, 11. April 2011

Aufgabe 2 - Lehrheft 2

Der Abschied

Bangkok – 36 Grad im Schatten, 85 % Luftfeuchtigkeit. Die Stadt vibriert - wie immer. Auf der 8-spurigen Phathon Yothin fahren Autos, Busse, Motorräder kreuz und quer durcheinander. Auf den Bürgersteigen umkurven Motorroller die Fußgänger. Über allem hängt der Geruch der Essensstände und der Smog.
Bevor ich mich nach dem langen Flug auf den Weg in den Süden Thailands mache, muss ich noch eine Aufgabe erledigen. Ein Treffen mit Sam, der Liebe meines Lebens! Sam, der in Bangkok lebt und sich niemals von seiner Frau trennen wird. Schon seit langem ist sie schwerst pflegebedürftig.
Seit Jahren treffen wir uns, meistens in Asien, seit Jahren schreiben wir uns. Anfangs Briefe, später E-Mails. „Der Vorteil an Briefen ist, dass sie handgeschrieben sind und der Partner das Papier in der Hand gehalten hat“, denke ich. „Briefe kann man immer wieder anfassen und fühlt sich seinem Partner dadurch noch näher. Der Vorteil von E-Mails ist allerdings, dass man sie abschickt und sofort eine Antwort erhält…“ So war es auch diesmal.
„Ich komme nach Thailand, kann aber nicht in Bangkok bleiben“, schrieb ich ihm. „Können wir uns dennoch kurz sehen?“
Postwendend kam die Antwort „Ich freue mich auf dich!“
Treffpunkt ist an der kleinen Garküche am Skytrain Mo Chit – wie immer, wenn wir uns sehen. Direkt hinter der Ampel an der Phathon Yothin, mitten im Dreck und Dunst der Stadt. Ich halte Ausschau nach meinem Liebsten und als ich ihn erblicke, steigt mir ein Kloß in die Kehle. Auch er ist in die Jahre gekommen, längst nicht mehr so agil und jung wie damals, als wir uns das erste Mal trafen. Dennoch ist er für mich der attraktivste Mann der Welt.
Ich winke ihm zu, kann seine Freude, mich zu sehen, allerdings kaum ertragen. Schließlich steht er vor mir.
Wir schauen uns lange an, bevor wir uns umarmen. Zärtlich umfasst er mich. „Mein Herz, wie geht es dir?“ fragt er liebevoll.
„Bestens“, antworte ich und wende mich dabei ab. Er soll meine Tränen nicht sehen.
„Bestens“, antworte ich nach einiger Zeit nochmals, schmiege mich an ihn und atme seinen Duft ein.  „Aber es gibt etwas, was ich dir erzählen muss!“
„Was ist los meine Schöne?“
„Sam …“ fange ich an.
„Ja?“
„Sam …“ druckse ich herum, kann ihn dabei kaum anschauen, weil es mir so schwer fällt.  „Wir können uns nicht mehr sehen“, antworte ich schließlich. “Ich habe mich in einen anderen Mann verliebt und werde diesen demnächst heiraten.“ Der Kummer in seinen Augen bricht mir schier das Herz. Schnell mache ich mich aus seinem Arm frei. „Es tut mir leid.“ Rasch gebe ich ihm einen letzten Kuss auf die Wange. „Ich danke dir für die wunderschöne Zeit!“
Ich gebe ihm keine Gelegenheit, mich festzuhalten oder auch nur zu antworten. Eilig laufe ich über die Straße, deren Ampel zum Glück gerade grün ist. Vor Tränen blind gehe ich zum Northern Bus Terminal, nehme den ersten Ticketcounter und löse ein Ticket auf eine Insel im Osten Thailands. In der Tasche die Diagnose meines Arztes, dass ich nur noch 6 Wochen zu leben habe …

Aufgabe I - Lehrheft 2

Tom

Bangkok – 36 Grad im Schatten, 85 % Luftfeuchtigkeit. Verschwitzt und müde von dem langen Flug stehe ich an der Ampel an der Phathon Yothin, um meinen Bus am Northern Bus Terminal auf der anderen Straßenseite zu erreichen.  Bangkok vibriert - wie immer. Auf der 8-spurigen Straße fahren Autos, Busse, Motorräder kreuz und quer durcheinander. Auf den Bürgersteigen umkurven Motorroller die Fußgänger. Über allem hängt der Essensgeruch der Garküchen und der Smog. Was bin ich froh, wieder hier zu sein!
„Sabine?“ Verwundert blicke ich mich beim Überqueren der Straße um. Stehen bleiben kann ich nicht. Wenn sich die Menschenmassen in dieser Stadt erst einmal in Bewegung gesetzt haben, gibt es kein Zurück.
Auf der anderen Straßenseite bleibe ich stehen. Wer ist der Mann, der mir von der anderen Seite der Straße wild zuwinkt. Auf jeden Fall scheint er sehr aufgeregt zu sein. Er bedeutet mir mit den Händen, stehen zu bleiben und auf ihn zu warten.
„Mensch, Bine, cool, dich hier zu treffen. Wie geht’s denn immer so? Alles fit im Schritt?“
Alles fit im Schritt? Nun, das kann ich nicht gerade behaupten. Der Schweiß läuft in Strömen, meine Leinenhose klebt an meinen Beinen, das T-Shirt ist nass geschwitzt, der Rucksack zu schwer und meine Haare hängen mir strähnig und wirr im Gesicht.
Außerdem habe ich noch immer keine Ahnung, wen ich eigentlich vor mir habe. Vor mir steht ein ziemlich schmuddeliger Mann mit blassem Gesicht. Die noch wenigen vorhandenen Haare sind zu einem dünnen Zopf gebunden. Dazu die bei Travellern beliebte Einheitskleidung – Batikshirt und Fishermen-Hose.
„Gib’s zu! Du erkennst mich nicht, oder? Rate doch mal!“ Er zwickt mich in die Seite. Ich hasse es, wenn man mir in die Seite zwickt. Vor allem hasse ich es, wenn ich mitten in Bangkok durchgeschwitzt mit Rucksack auf dem Rücken auf einem vollen Fußweg stehe, Durst und Hunger habe und eigentlich nur den Bus Richtung Süden erreichen möchte.
Woher kennt der Mensch mich? Wer ist das? Ein Arbeitskollege, den ich ohne seinen grauen Anzug nicht erkenne? Eine Internet-Bekanntschaft, der ich mal ein Foto von mir geschickt habe? Ein one-night-stand, den ich vollkommen verdrängt habe?
Ich schaue den Mann an. „Till Schweiger?“ rate ich schließlich genervt. „George Clooney?“
Er kichert. „Eh Mann, Alte, echt cool! Selten so gelacht!“
Bei „Eh Mann, Alte“ dämmert es mir. „Tom?“
„Jetzt hast’ es! Mensch Alte, wir beide in Bangkok! Geiles Ding!“
Tom – was war ich den Typen einst verliebt! Tom mit seinen langen Haaren und den Reggaescheiben. Er war immer ein wenig cooler als andere Typen und ließ mich das auch deutlich spüren. Ich war dafür da, den Kühlschrank zu füllen und den Alkohol zu bezahlen. Er kümmerte sich um seine „Projekte“, vornehmlich kiffen und ein bisschen auf dem Bass rumklimpern. Tom war nämlich auf dem Weg zu einem Weltstar. Die Wailers warteten nur auf ihn, genau wie jede andere Band. Nur ich war zu blöd, dieses zu erkennen. Ich war einfach zu „stressig“ und zu „uncool“, wahlweise auch zu „fett“ oder zu „spießig“. Als ich es endlich schaffte, ihn vor die Tür zu setzen, zeterte er „Das wird dir noch leid tun! Ich schaffe es eines Tages. Aber dann komm DU nicht bei mir an!“
Wie ein Weltstar sieht er allerdings nicht aus.
„Mensch Alte, schön dich zu sehen! Lass uns was trinken gehen“, sagt er. „Musst aber zahlen, ich bin gerade etwas klamm. Habe einige Gigs abgewickelt, aber noch keine Kohle bekommen.“
Ach Tom, immer noch die gleichen Geschichten und immer noch alte Leier. „Lass man, ich hab’s eilig“ sage ich, drehe mich um und mache mich auf den Weg zu meinem Bus Richtung Trat. – Heilfroh und äußerst zufrieden!

noch einmal das Thema "Prämissen"

Das Wetter am Wochenende war einfach zu schön, um die Zeit am Rechner zu verbringen … ;)

Zurück zu meinem Lehrheft II:

Die Korrektur meiner Aufgaben erfolgte blitzschnell – vielen Dank an meine Studienleiterin! Ich war begeistert!

Begeistert war ich auch davon, dass ich die Fragestellung, für die ich anfangs ja doch einige Anläufe brauchte, wiederum ganz gut gelöst habe. Es gab sogar ein „Bravo!“ am Ende des Briefes!

Ich stelle die beiden Geschichten hier wiederum ein, allerdings wirklich nur die eingesandten Fassungen. Wie bereits geschrieben, hatte ich mit der Zeichenbegrenzung von rund 3.000 Zeichen pro Geschichte einige Probleme. Bei den ersten Entwürfen war insbesondere die „Tom“-Geschichte mit 10.432 Zeichen drei mal so lang wie „erlaubt“.  Diese erste Fassung bewahre ich natürlich auf, weil sie sehr viel ausführlicher ist, dadurch besser zu verstehen, lustiger und sicherlich noch einmal in meinem Bestseller Verwendung findet.

Die „Abschieds-Geschichte“ ist vielleicht ein wenig melodramatisch, aber ich fand es gut, auch einmal in diesem Stil zu schreiben. Auch diese Geschichte war anfangs sehr viel länger und ausführlicher und musste von mir entsprechend gekürzt werden. Und auch hiervon bewahre ich die 1. Fassung auf … Wer weiß, was ich damit in einigen Jahren anfangen kann. Vielleicht schreibe ich irgendwann auch einmal Roman, der zu Tränen rührt ;)

Ich mache weiter fleißig meine Übungen und versuche auf jeden Fall noch einmal vor Donnerstag zu bloggen – dann wird es um meine Aufgaben im Lehrheft 3 gehen.

Und warum vor Donnerstag?

Weil ich mich Donnerstag Nachmittag in den Flieger setze und auf den Weg nach Bali mache … 2 ½ Wochen Rucksacktour mit meiner Tochter von Nord nach Süd. Frische Früchte, viel „Om“ und jeden Tag Nudelsuppe zum Frühstück (lecker!) … ich freu mich immens!

Mittwoch, 6. April 2011

Der Kampf mit dem Blog

Letzte Woche kam ich leider gar nicht dazu, an meinem Blog zu arbeiten, heute war es denn aber soweit …  

Das Design gefiel mir noch nicht so richtig, mit den Anordnungen der Gadgets auf der linken Seite war ich auch noch nicht zufrieden.

Außerdem sollte die eingestellte „Extra-Seite“ mit der einen Aufgabe verschwinden, dafür sollen Aufgaben nunmehr in einem neuen Label erscheinen. Ich habe mir inzwischen etliche Blogs angesehen (werte ich mal als „Recherche“ und nicht als „sinnlos im Netz surfen“) und finde diese Label-Variante einfach am besten. Sieht sehr viel schöner und übersichtlicher aus und die Aufgaben wären sofort „abrufbar“. Wer weiß, wie groß das Ding hier irgendwann mal wird ;), ich will schließlich auch noch in Jahren Dinge sofort wieder finden, die ich hier einmal gepostet habe …

Also ran ans Werk! Kann ja nicht lange dauern, dachte ich mir! Erst einmal habe ich schnell die „Extra-Seite“ gelöscht! Prima! Ging super! Und superschnell! Ein einziges Mal die Entertaste betätigen und das war’s!  Schade nur, dass damit auch mein Bild und mein „Über mich“ (in dem ja zum Glück noch nicht soviel stand) weg war … Fragt mich nicht, wie ich es letzte oder vorletzte Woche geschafft habe, mein Profil zusätzlich auf die „Aufgaben-Extra Seite“ zu bekommen, aber irgendwie habe ich es anscheinend geschafft …

Ein Blog ganz ohne Photo ist doof! Also habe ich erst einmal wieder mein Bild hochgeladen und erst danach kritisch festgestellt, dass dieses eigentlich ziemlich grottig ist. Da ich heute ja sowieso so gut „löschen“ konnte, habe ich dieses gleich wieder rausgeschmissen und ein anderes hochgeladen. Wie eigentlich jeder, der hier hoffentlich regelmäßig reinschaut, erkennen kann ;)

Die „Pia-Geschichte“ noch einmal vom Stick zu ziehen und neu zu posten war ebenfalls kein Problem. Leider fiel mir erst im nachhinein auf, dass ich diese (und folgende) Arbeiten ja eigentlich unter dem Label „Aufgaben“ erstellen wollte. Also wieder raus aus der „Blogansicht“, rein in „neuer Post“, rein in „Post bearbeiten“ und dann musste ich leider feststellen, dass ich gar überhaupt nicht weiß, wie ich Labels erstellen kann. Wiederum raus aus „Posts bearbeiten“, ab zu Google und „Labels erstellen“ als Suchbegriff eingeben …

Auf die Idee, die „Blogger-Hilfe, zu nutzen welche mir die ganze Zeit in meinem „Blog-Bearbeitungsmodus“ rechts oben in der Ecke angezeigt wurde, kam ich leider erst einige Zeit später … Von diesem ganzen Rein und Raus war ich wohl ein wenig durcheinander ;)

Hilfe durchsucht und Juchhu!! Labels anlegen ist ganz einfach, wenn man weiß, wie es funktioniert! Also wieder „rein …“ und „raus …“ und „anlegen“ und „posten“ und „blog anschauen“ …

Allerdings wirklich wirklich schade, dass mir meine Labels nicht angezeigt wurden … Inzwischen hätte ich lieber Böden gewischt oder andere unerfreuliche Dinge getan, als mich weiterhin mit dem Kram hier zu beschäftigen!

Aber es nützte ja nichts. So wie mein Blog  aussah, wollte ich ihn auf keinen Fall lassen. Schlau wie ich nunmehr war, habe ich Google daher ignoriert und wie ein alter Hase erneut die „Blogger-Hilfe“ genutzt! Ein Gadget namens „Label“ anlegen, dieses ein wenig hin und her schieben, auf „speichern“ drücken und sich den Blog erneut anzeigen lassen, war sozusagen eins … Gadgets hin und her schieben kann ich nämlich inzwischen auf dem Effeff!

Ich habe mich nur kurz … wirklich nur ganz kurz …. gewundert, warum meine „Leser-Einstellungen“ daraufhin weg waren. Ich habe es sozusagen kaum zur Kenntnis genommen und bin wie in Trance erneut in den Bearbeitungsmodus gegangen! „Rein“ und „Raus“ und „Design ändern“ und „anlegen“ und „anzeigen“ …..

Den eigentlichen Post, den ich eigentlich heute hier reinstellen wollte, verschiebe ich hiermit offiziell auf’s Wochenende …

Aufgabe Lehrheft 1

Pia im Glück

Pia schaut sich aufmerksam um. Schnell geht sie die Straße entlang, rennt fast. Eben hat sie ihren Bruder zu seinem Freund gebracht, Kindergeburtstag feiern. Ihre Eltern arbeiten. Deshalb passt sie nachmittags auf ihren kleinen Bruder auf.

Sie läuft den kleinen Berg in die Stadt hinunter. Zwei Stunden hat sie Zeit, dann muss sie ihren Bruder wieder abholen. 2 Stunden Zeit – eine Ewigkeit! Ihr Deutschlehrer hat ihr von einer Bücherei im Ort erzählt. Seit Monaten bettelt sie ihre Mutter an, einmal mit ihr dort hin zu gehen, damit sie sich ein Buch aussuchen kann. Aber noch nie war Zeit dafür. Im Gegenteil, ihre Mutter hat ihr sogar verboten, dort hin zu gehen. Dabei will Pia, seitdem sie in der Schule ist und lesen kann, nur noch eines: lesen nämlich!

An der Ampel muss sie halten, ungeduldig tritt sie von einem Fuß auf den anderen. Nachdem die Ampel auf grün umspringt überquert sie schnell die Kreuzung, geht die Lindenstraße hinunter und biegt wenig später in einen kleinen Hinterhof ab. Das Haus in dem Hof ist baufällig, alt und hat eine Renovierung nötig. All das nimmt Pia nicht war. Sie sieht nur das weiße Schild, auf dem mit blauer Schrift „Stadtbücherei“ geschrieben steht.

Ihr Herz pocht vom Laufen und vor Aufregung. Vorsichtig öffnet sie die Tür, fast hat sie Angst einzutreten. Hinter dem Eingang befindet sich ein kleiner Flur. Rechts davon geht ein Durchgang ab. Zaghaft tritt Pia ein und steht in einem großen Raum mit vielen hohen Regalen. In all diesen Regalen befinden sich Bücher. Schmale Bücher, dicke Bücher, kleine Bücher, große Bücher, Bücher über Bücher. Ehrfürchtig blickt sie sich um, schüchtern und unsicher ist sie.

„Kann ich dir helfen?“

Pia schrickt zusammen. Vor ihr steht eine ältere Dame. Alles an ihr ist schwarz. Der Rock, der Pullover, die Brille, die Schuhe, die Strümpfe, die zum Dutt gebundenen Haare. Sprachlos schaut Pia die Frau an.

Die Frau beugt sich zu Pia und nimmt ihre Hand.

„Ich bin Frau Abel. Wie heißt du?“

„Ich …“ stottert Pia, „ich bin Pia“.

„Hallo Pia! Ich freue mich, dich kennen zu lernen.“ Frau Abel lächelt das Mädchen freundlich an. „Du willst dir sicher ein Buch ausleihen, was?“

Pia nickt, vor Aufregung kann sie nicht sprechen.

„Soll ich dir mal zeigen, wo die Kinderbücher stehen?“ Frau Abel führt Pia in einen anderen, kleineren Raum.

„So, das hier sind die Kinderbücher! Von diesen Regalen darfst du dir Bücher ausleihen, allerdings nicht mehr als zwei am Tag.“ Sie grinst Pia an. „Wir haben hier viele junge Leser und alle sollen in den Genuss kommen, neue Bücher zu entdecken.“

Pia blickt Frau Abel an.

„Schau mal, hier stehen Bilderbücher für die ganz kleinen Kinder. Dafür bist du sicherlich schon zu groß, oder? Wie alt bist du denn?“

Pia reckt sich. „Ich bin schon 6 Jahre alt! Und kann selber lesen!“

„So“, schmunzelt Frau Abel, „6 Jahre bist du schon? Na, dann wollen wir mal gucken, ob wir hier irgendwo auch Bücher für 6-jährige große Mädchen finden.“

Sie schiebt Pia vorsichtig an den voll gestellten Regalen entlang.

„Was hast du denn bisher schon alles gelesen?“ fragt Frau Abel.

„Meine Schulbücher“, antwortet Pia.

„Und sonst?“

Verlegen schaut Pia auf den Boden.

„Sonst noch gar kein Buch“, antwortet sie traurig. „Meine Eltern wollen nicht, wenn ich meine Zeit mit Lesen vertrödele. Ich soll lieber mit meinem kleinen Bruder spielen als meine Nase in Bücher zu stecken, sagt meine Mama immer.“

Sanft nimmt Frau Abel das Gesicht des Mädchens in die Hand und hebt das Kinn an. „Und über was möchtest du gerne lesen? Was interessiert dich“?

„Schule“, kommt es blitzschnell aus Pias Mund, nun gar nicht mehr so schüchtern.

„Schule“, schmunzelt Frau Abel. „Na, zum Glück gibt es bei uns auch Bücher über Kinder in Schulen“.

Zielstrebig geht sie auf das Regal rechts an der schmalen Seite des Raumes zu. Langsam lässt sie ihren rechten Zeigefinger an den Buchrücken entlangfahren, bis sie schließlich „Hier ist es ja“ ausruft.

„Das wird dir bestimmt gefallen, Pia!“ wendet sie sich an das Mädchen.

„Hanni und Nanni sind immer dagegen“? gluckst Pia, nachdem sie einen Blick auf den Buchdeckel geworfen hat. „Das sind ja lustige Namen! Ich kenne niemanden, der so heißt!“

„Das sind nicht nur lustige Namen, das ist auch ein lustiges Buch“, meint Frau Abel. „Hanni und Nanni sind Zwillinge, die gegen ihren Willen in ein Internat gesteckt werden und erst alles schrecklich finden. Später finden sie Freunde und hecken jede Menge Streiche aus.“

„Ein Internat? Was ist ein Internat?“

„Ein Internat ist eine Schule, in der die Schüler wohnen“, erklärt Frau Abel.

„Und das Buch kann ich mir ausleihen?“ fragt Pia. „Kostet das was?“

„Nein, für Kinder kostet das nichts“, sagt Frau Abel. „Aber wenn du das nächste Mal kommst, musst du mir diesen Zettel ausgefüllt und von deinen Eltern unterschrieben mitbringen.“ Sie hält Pia eine Beitrittserklärung hin. „Dann wirst du Mitglied in unserer Bücherei und darfst dir Bücher ausleihen.“

Pia schluckt ein bisschen. „Das schaffe ich, dass Papa mir den Zettel unterschreibt“.

Gerührt blickt Frau Abel auf das kleine Mädchen, dass das Hanni- und Nanni-Buch ganz fest an sich drückt.

„Na, dann verschwinde mal schnell und fang an zu lesen. Und wenn du das nächste Mal kommst, erzählst du mir, ob dir das Buch gefallen hat“.

„Danke“!

Glücklich läuft Pia hinaus. Sie kann es gar nicht erwarten, mit dem Buch anzufangen. Ungeduldig öffnet sie dieses noch auf dem Hinterhof. Sofort ist sie im Text versunken, ganz schnell fiebert sie mit den Zwillingen im „Lindenhof“ mit. So vertieft ist sie in das Buch, dass sie keinen Blick mehr für das Drumherum auf der Straße und auf dem Bürgersteig hat. Abgelenkt läuft sie gegen einen Laternenpfahl. Pia stößt sich heftig den Kopf und stürzt dabei auf den Boden.

„Ist dir was passiert? Was machst du denn da?“ fragt eine Frau.

„Ich lese!“ antwortet Pia mit leuchtenden Augen. „Und wenn ich groß bin, schreibe ich auch ein Buch!“

Montag, 28. März 2011

Prämissen

Ich habe einen regelrechten Kreativitätsschub... und das ohne Hilfsmittel ;)

Das 2. Lehrheft ist bis auf 2 Aufgaben vollständig durchgearbeitet. Habe diesmal nicht "geschummelt" wie beim 1. Lehrheft und manchmal ein paar Dinge ausgelassen, sondern alle Übungen gemacht (und diese auch abgespeichert!). Wer weiß, was sich daraus noch so ergibt ...

2 Aufgaben habe ich allerdings nicht bearbeitet:

Zum einen "abschreiben" - um "in den Fluß" zu kommen, sollte man eine oder zwei Seiten aus einem Buch abschreiben, das man mag. Habe ich mir gespart, da ich im Moment sowieso "im Fluß" bin ;).

Zum zweiten "Clustern" - das habe ich aber schon aufgrund der Übungen im 1. Projektheft gemacht und da ich inzwischen ein regelrechter Fan vom Clustern bin, gehe ich davon aus, dass ich das sowieso fortführen werde.

Insofern - alles gut!

Mit der "Einsendeaufgabe" habe ich mich auch diesmal wieder etwas schwer getan. "Natürlich" war alles erst einmal doof und schlecht geschrieben ;). Das Drama hatte ich ja schon beim ersten Mal, insofern konnte ich diesmal besser damit umgehen. Ich habe meine Aufgaben immer wieder neu gelesen, geändert, (hoffentlich) verbessert und auch keine Bauchschmerzen mehr, diese abzusenden.

Aufgabe war diesmal das Thema "Texte nach einer Prämisse". Fand ich vom Thema ein wenig schwierig. Wer weiß schon genau, was eine Prämisse ist? Ich halte mich für ziemlich belesen, konnte mit dem Begriff bisher aber wenig anfangen. Aber dank des 2. Heftes bin ich nun schlauer. Ich muss schauen, ob und wie ich das weiter umsetze ...

Ausgangspunkt der dieses Mal 2 geforderten Geschichten war folgender:

Großstadt, viele Menschen, viele Autos. Mann und Frau stehen sich an einer roten Ampel gegenüber, der Mann auf der einen Straßenseite, die Frau auf der anderen. Die beiden kennen sich.

Dazu gab es 3 Möglichkeiten, wie man die Aufgabe bearbeiten kann:

1. vorgegebene Prämissen umsetzen ("Um jemanden zu retten, muss man manchmal Liebe vor Wahrheit gehen lassen" sowie "Hochmut kommt vor dem Fall")

2. zwei eigene Prämissen ausdenken

3. Szene aus meinem Romanobjekt suchen und zwei Prämissen dazu finden

Die 3. Variante fiel mangels Szenen schon mal weg - soweit bin ich ja längst noch nicht ...

Die 2. Variante fand ich am besten! Ich habe also angefangen zu schreiben und hatte auch gleich mehrere Ideen zu der Szene vor Augen. Irgendwann fiel mir dann aber auf, dass ich wieder "nur" aus dem Bauch schreibe und mir noch keinerlei Prämissen überlegt hatte. Also alles noch mal lesen und Prämissen suchen. Schließlich hatte ich dann "Kinder - ein Segen!" und ... nichts weiter. Ich habe 2 DIN A-4-Zettel vollgekritzelt, allerdings nichts gefunden, was zu meinen Sachen gepasst hätte. "Alles wird gut" fand ich ehrlich gesagt etwas platt als Prämisse ;) ... schließlich muss ich die Sachen ja einschicken.

Also habe ich einen neuen Anlauf genommen und schlussendlich die beiden vorgegebenen Prämissen gewählt. Die Geschichtchen sind mir ganz gut gelungen, wie ich finde. Bin gespannt, was meine Studienleiterin dazu sagen wird. Wenn's schlecht sein sollte, lerne ich jedenfalls daraus ;)

Schade war nur, dass pro Aufgabe nur 3000 Zeichen zugelassen waren. Meine "Hochmut kommt vor dem Fall"-Geschichte hatte Anfangs 10.432 (!) Zeichen, lag also knapp über dem vorgegebenen Umfang ;). 6 Varianten später bin ich jetzt noch bei knapp 3.500 Zeichen, weiß aber nicht, was ich noch streichen könnte.

Die "Liebes-/Wahrheit-Prämisse" habe ich allerdings mit 3.001 (!) Zeichen gut umgesetzt bekommen. Nun werde ich die Aufgaben gleich absenden und bin jetzt schon ganz gespannt auf die Kommentare meiner Studienleiterin.

Sonntag, 13. März 2011

Stolz macht sich breit!

Yes!

Ich habe heute bereits die Korrektur meiner ersten Aufgabe zurück erhalten und bin mächtig stolz auf mich. Wahrscheinlich war ich am Mittwoch abend einfach ein wenig am Durchdrehen, als ich der Meinung war, ich kann nicht schreiben und ich hätte die Übung vollkommen verfehlt.

Im Gegenteil - alles bestens! Die Beschreibungen könnten allerdings noch weiter ausgearbeitet werden. Hatte ich auch, ich musste allerdings viel aus der Geschichte wieder herausstreichen, da ich nicht über 6000 Zeichen schreiben sollte.

Hier ein Auszug des Briefes meiner Studienleiterin:

Nun komme ich zu Ihrem Text.
Ich habe darin so gut wie nichts korrigiert, nicht weil ich eine faule Studienleiterin bin, sondern weil der Text sorgfältig verfasst und inhaltlich gelungen ist.
Sie haben die Aufgabe verstanden (was bei neuen Teilnehmern nicht immer der Fall ist), nämlich Ihre Schreib-Erweckung in Form einer kleinen Geschichte zu verfassen, also schon mit der Autorenarbeit zu beginnen.

Der Tempus ist durchgehalten; keine Fehler, die ich entdecken kann; der Dialog ist flüssig und entspricht Alter und Funktion der Figuren. Auch ist eine gute Prise Humor darin. Anders gesagt: ich habe mich amüsiert dabei. Sie haben mich sogar zum laut Auflachen gebracht, als Ihre Pia gegen die Laterne rennt…

Ich freu mich! Riesig sogar! Mache mich gleich an mein zweites Lehrheft, das ich gestern bereits durchgelesen, allerdings längst noch nicht durchgearbeitet habe. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, sind diesmal 14 Übungsaufgaben zu bewältigen, bevor es an die Einsendung der 2. Hauptaufgabe gehen kann. Es gibt viel zu tun ;)

Donnerstag, 10. März 2011

abgeschickt ...

und weg! Habe eben meine erste Variante der "Drang zum Schreiben"-Geschichte abgeschickt! Bin ja schließlich Schüler und daher, was solls. Weg mit meinen Ansprüchen und weg mit irgendwelchen Komplexen!

He, ich zahl im Zweifel dafür!

Bin gespannt, was zurück kommt .. und vor allen Dingen, WANN die Korrektur zurückkommt!

Mittwoch, 9. März 2011

jeden Tag etwas schreiben?

Habe mir gerade noch´mal meinen ersten Eintrag hier durchgelesen ...

"Disziplinieren und jeden Tag etwas schreiben" ... hat bis jetzt auch nicht geklappt, wie ich gerade feststelle!

Zweifel

Scheißtag! Bin vollkommen lost mit meiner ersten Studienaufgabe, die ich einschicken soll!

Thema: Erinnern Sie sich an den Moment, in dem Sie zum ersten Mal den Drang verspürten zu schreiben! Gehen Sie zurück zu diesem Moment, erinnern Sie sich an alle Begebenheiten, Gerüche, Wahrnehmungen (stark abgekürzt von mir - die Erklärung der Aufgabenstellung umfasst eine ganze DIN A4-Seite) und schreiben Sie darüber eine kleine Prosa-Erzählung!

Einfach, oder? Dachte ich auch! Inzwischen raufe ich mir die Haare, habe 3 Entwürfe geschrieben und bin mit keinem zufrieden.

1. Erzählung:
Kind geht mit 6 Jahren heimlich in die Bücherei, weil die Eltern das nicht wissen durften ("steck deine Nase nicht immer in irgendwelche Bücher, spiel lieber mit deinem Bruder") und ist begeistert von all den Büchern und der Bibliothekarin, die supernett war! Konnte ich total wieder "zurückgehen" in den Moment, perfekt für die Aufgabenstellung dachte ich. Die Geschichte ist auch ganz nett geworden, hat aber überhaupt nichts mit der Aufgabe zu tun, da ich eigentlich nur über's Lesen und die Atmosphäre an diesem Tag geschrieben habe. Das Wort "schreiben" fällt erst im letzten Satz und der ist scheiße!

2. Erzählung:
´"Schokolade zum Frühstück" als Aufhänger genommen. Klasse seichtes Buch, dass ich kichernd und lachend an einem Tag durchgelesen habe. Immer mit dem Gedanken, DAS kannst du auch! ´Lange Rede kurzer Sinn ... Auch diese Erzählung handelt eigentlich nur vom Lesen und nicht vom Schreiben. Das Wort "schreiben" erscheint nicht mal in diesem Entwurf, "schreiben" wird nur "umschrieben" (im wahrsten Sinne des Wortes, wie mir gerade auffällt). Auch Mist!

3. Erzählung:
"Auch hier"-Geschichte seinerzeit auf Ibiza! Ich saß auf der Terrasse eines riesengroßen Lokals und war der einzige Gast. Ich alleine an einem Tisch mit Blick auf's Meer am Tagebuch schreiben, ungefähr 180 freie Tische um mich herum. Schöne Stimmung, war eigentlich vollkommen "weg", als ein Typ mit Vokuhila-Frisur (okay, das war die Zeit ...) ins Lokal kam, einmal über die ganzen leeren Tische blickte, sich an meinen Tisch schlich und fragte, ob er sich zu mir setzen dürfe. Wohlbemerkt der einzige besetzte Tisch in dem Lokal - 180 andere Tische waren noch frei. Ich war perplex, sagte mehr oder weniger genervt "Ja!" und ´habe weitergeschrieben. Nach ungefähr 2 Minuten meinte der Typ zu mir "Und? Auch hier?". Autsch! In dem Moment war mir klar, dass DIESE Szene auf jeden Fall mal in meinem Bestseller verwertet wird! Ist auch eine "schöne"" Geschichte geworden, Feeling auf Ibiza, Sonne auf der Haut, Wärme ... hat aber beim noch- und nochmaligen ´Lesen nicht viel mit "Drang zum Schreiben" zu tun ... Also auch Mist!

Ich verzweifel und bin quakig ... mit mir und der Welt!

War die Tage öfter mal im Autorencampus (ein Forum, dass die Schule anbietet), aber das bringt mich auch nicht weiter. Habe eher das Gefühl, dass dort nur DIE Leute Sachen einstellen, die von den Tutoren auch mit "gut" bewertet wurden. Auf jeden Fall sind sie ziemlich überzeugt von dem, was sie schreiben. Und ich ja im Moment leider gar nicht! Aber vielleicht sehe ich das auch verkehrt und meine "Mitstudenten" waren auch unsicher. Und wer weiß schon, wie viele andere Leute ihre Sachen gar nicht erst zur Diskussion stellen, weil sie genau so unsicher sind wie ich ...

Meinen Tutor kann ich noch nicht fragen, da ich seine Kontaktdaten erst nach Einsendung der ersten Aufgabe erhalte, andere Leute kann ich auch nicht fragen, da ja im Moment kaum jemand weiß, dass ich gerade wieder "übe".

Ein Gutes hat das natürlich alles ... ich habe jede Menge neue "Schreibübungen" gemacht und werde diese diesmal auch nicht löschen oder wegschmeißen. "Futter" für irgendwann, wie in meinem 1. Studienheft steht ... kann ich mir im Moment kaum vorstellen, aber wer weiß!

Gestern habe ich mir übrigens schon ausgemalt, wie ich e-books veröffentliche und immer mehr davon während meiner Weltreise oder auf Bali oder in Indien oder wo auch immer schreiben werde. Heute ist das ziemlich weit weg ...

Dafür surfe ich auf writersdigest.com in den Staaten rum ... sehr geile Seite mit vielen Tips und mein Englisch verbessert sich dadurch auch ;). Aber wie schon im ersten Beitrag geschrieben ... nützt ja nix, nur Sachen zu recherchieren und zu abonnieren ... ohne Schreiben wird das nix mit dem Bestseller!

Dienstag, 1. März 2011

Trickster, Schreibübungen, kreative Prozesse und Schreibimpulse

Also, ich bin ehrlich begeistert von den Unterlagen der "Schule des Schreibens"!

Nun hat sich im Laufe meines Lebens ja herausgestellt, dass ich schnell zu begeistern bin und meine Motivation manchmal dafür auch recht schnell verfliegt ;), aber ich bin frohes Mutes, diesmal durchzuhalten. Mein Arbeitsplan steht auf jeden Fall. Und wann, wenn nicht endlich jetzt? Soll ich noch 10 Jahre über meinen Roman reden und NICHT schreiben?

Ich habe inzwischen 3 Plot-Ideen und erstelle diese querbeet und durcheinander. Überall fliegen Zettel rum, mein Timer sieht jetzt bereits aus, wie eigentlich erst am Ende des Jahres. Aber ich darf das! Das steht auch in den Arbeitsheften! Alles notieren, nichts verwerfen, irgendwann nehmen Ideen Gestalt an. Gut, das ist eigentlich eine Platitüde, aber manchmal brauche auch ich so etwas :). Ehrlich gesagt, taucht dadurch natürlich ein neues Problem auf: WELCHEN ROMAN SCHREIBE ICH ZUERST?

Ich weiß jetzt auch, weshalb ich niemals über einzelne Kapitel meines Romans hinaus gekommen bin. - Allein deswegen lohnt sich dieser (eigentlich nur angedachte) Probemonat! Mir fehlte einfach grundlegendes Wissen! Wie erstellt man Figuren, wie entwirft man einen Plot, wie wird Spannung aufgebaut, welche Höhepunkte benötigt ein Buch, um die Leser bei der Stange zu halten, wie bleibt man am Ball, wenn die Kreativität zu versiegen scheint? Und wie vermeidet man Passiv-Sätze (wie ich sie jetzt gerade schreibe :)? Da dieses hier ja nicht der Roman ist, sondern nur blindes Drauflos-Bloggen mache ich mir darüber aber an anderer Stelle Gedanken ...

An der ersten Übungsaufgabe hatte ich wirklich zu knappsen, wie man in Hamburg so schön sagt. Die Aufgabe war, eine Geschichte über eine "Trickser-Gestalt" zu schreiben. Trickser gibt es in unserer Mythologie kaum noch, vielleicht habe ich mich deswegen so schwer damit getan. Trickser sind einerseits Kulturstifter, andererseits aber auch rücksichtlos. Einerseits lügen sie, andererseits legen sie den Finger in die Wunde der Wahrheit. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich musste meine "dunklen" Seiten zum Ausdruck bringen. Nett schreiben kann jeder, fies schreiben ist schwierig, wie ich feststellen musste (und durfte).

Die Erzählung ist einmal runtergeschrieben, genügt meinem Anspruch aber (natürlich) überhaupt nicht. Diese Aufgabe muss ich auch nicht einsenden, kann diese aber im Forum für die "Studierenden" einstellen und mir Tipps und Kritik von anderen Schülern abholen. Ich bin schon sehr gespannt, was dabei herauskommt. Wer weiß, vielleicht stelle ich die Erzählung eines Tages sogar noch hier in den Blog ... sozusagen als erste Veröffentlichung!

Inzwischen bin ich bei der zweiten Aufgabe angekommen. Ein "Wortspiel" im wahrsten Sinne. Nachdem ich mir eine Frage für "meinen" Roman gestellt habe, habe mir aus meinem Lieblingsbuch 7 willkürliche Sätze spontan rausgeschrieben. Diese Sätze schreibe ich jetzt um und erstelle daraus eine neue Geschichte. Spannend, wirklich spannend! Mit meiner Fragestellung hat meine Erzählung im Moment noch nicht viel zu tun, aber wer weiß schon, was dabei schlussendlich raus kommt. Es ist auf jeden Fall eine sehr gute Übung und mein Unterbewusstsein, weiß schon, warum ich das so und nicht anders schreibe.

Begeistert bin ich auch von den Projektheften! Wie kreiere ich Figuren? Wie kann ich Spannung aufbauen und halten? Was fehlt? Sicherlich hätte ich diese Fragen auch irgendwann durch immense (zeitintensive) Internet-Recherchen und Gedankengänge selbst aufbauen können, aber mit schön gestalteten Heften und (meiner Meinung nach) perfekten Kopiervorlagen, die ich immer wieder verwenden kann, ist es schon einfacher und motivierender!

Ich sag nur ... 3 Ideen inzwischen und nicht mehr nur eine! Außerdem habe ich zur Hauptperson meines Romans, die mir immer klar vor Augen stand, nun auch endlich ein paar "Mitstreiter" gefunden ;). Wäre ja auch langweilig, immer nur von einer Person zu schreiben! Sowohl für mich als auch für meine potentiellen Leser!

Irgendwann im Laufe der nächsten Woche mache ich mich an meine erste "richtige" Studienaufgabe. Ich soll eine Geschichte darüber schreiben, wann/wo/wie mir das erste Mal in den Sinn kam, selber zu schreiben. Zum Glück muss ich mich nicht an Fakten halten (wer könnte sie auch überprüfen?).

"Zum Glück" schreibt sich hier leicht - ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr, wann ich das erste Mal auf die Idee gekommen bin, einen Roman zu schreiben. War es, als ich mit 6 Jahren das erste Mal in der Stadtbücherei war? Heimlich, weil meine Eltern das nicht wollten? Und als ich die Bibliothekarin für die tollste Frau der Welt hielt, weil sie "alles" wusste? Und ich danach lesend mit meinem Hanni und Nanni-Buch, das mir die tollste Frau der Welt in die Hand gedrückt hatte, im Kirchenbleeck gegen eine Straßenlaterne gelaufen bin, weil ich so gefesselt war? Oder war es auf Ibiza, als sich ein Typ in einem leeren Restaurant mit Blick über's Meer zu mir setzte und meinte "Und, auch hier?" Oder habe ich irgendwann einfach erkannt, dass es ziemlich viele gute und noch mehr viele schlechte Bücher gibt, die ich eigentlich besser hätte schreiben können?

Ich übe weiter ...